Dienstag, 23. Juni 2026

Lauwarme Forelle mit Senfkohlrabi und Forellenkaviar

Das ist ein sehr schönes Fischgericht aus dem aktuellen Kochbuch "Kochen für Leib und Seele" von Hans Jörg Bachmeier. Gerade für die anstehende Sommerzeit ist es perfekt und vorbereiten lässt es sich auch noch. 

Eigentlich habe ich es gemacht, weil mich der Kohlrabi mit dem Senf sehr gereizt hat. Er wird mit süßem bayerischen Senf und Senfkaviar aus gelben Senfkörnern zubereitet. Das ist eine geniale Kombination, die auch zu kaltem Schweinebraten und abgebräuntem Leberkäse passt. Somit trifft das auch genau den Nerv, den Hans Jörg treffen will. Heimatliche, bayerische Küche mit internationalen Einflüssen.

Wer gerne Gäste einlädt ist mit diesem Gericht auch sehr gut bedient. Alle Komponenten kann man einen Tag vorher vorbereiten. Dann nur noch die Fischfilets mit dem aromatisierten Öl bestreichen und in den Ofen geben. Wichtig ist, dass 5 Minuten, bevor der Fisch aus dem Ofen kommt, alle Komponenten auf dem Teller sind. Der Fisch wird bei 80 Grad einfach nicht heiß und kühlt schnell aus. Dafür schmeckt er mit dieser Methode phantastisch und bleibt saftig.

Meine Rezension des Kochbuchs ist hier zu finden.





Für 2 Personen als Hauptgang oder 4 Personen als Vorspeise


Forelle:
2 Forellenfilets mit Haut, je ca. 100 gr. - bei mir war es eine Lachsforelle
1/2 Limette
3 EL Olivenöl
Salz

Der Fisch sollte erst zubereitet werden, wenn alle anderen Komponenten fertig sind.

Den Backofen auf 80 Grad Umluft vorheizen.

Die Filets auf Gräten kontrollieren und ggf. entfernen. Danach die Haut wegschneiden und die Filets halbieren.

Die Schale der Limette fein abreiben und mit Salz und Olivenöl verrühren. Etwas von der Mischung auf einen Teller geben und verstreichen. Die Filets von beiden Seiten damit einpinseln und auf den Teller legen.

Den Teller mit Frischhaltefolie abdecken und für 20 Minuten in den Ofen geben. Der Fisch ist dann gegart, aber nur lauwarm. Deshalb muss er schnell serviert werden.


Senfkohlrabi:
1 Kohlrabi
1/2 Bund Schnittlauch
1 EL gelbe Senfkörner
50 ml trockenen Weißwein
50 ml Wasser
Salz
Cayennepfeffer
2 EL Olivenöl
1 EL Weißweinessig
1 EL süßer Senf

Den Kohlrabi schälen und in dünne Scheiben hobeln. Dann die Scheiben aufeinander stapeln und in feine Streifen schneiden. Ein paar Streifen zum Anrichten zur Seite legen. Den Schnittlauch in feine Ringe schneiden.

Weißwein und Wasser aufkochen lassen, die Senfkörner mit einer Prise Salz in den Topf geben und bei mittlerer Hitze weich kochen.

Aus Weißweinessig, Olivenöl, Salz, Cayennepfeffer und Senf eine cremige Vinaigrette rühren und den Kohlrabi damit marinieren. Kurz vor dem Servieren die Schnittlauchröllchen und die Senfkörner darunter mischen.


Gurkenvinaigrette:
1 Gurke
2 EL Olivenöl
Salz
Zucker
1 El Weißweinessig
2 EL Crème fraîche

Die Gurke schälen, längs vierteln und die Kerngehäuse herausschneiden. Einige feine Streifen schneiden und zur Seite legen. Den Rest grob schneiden und in ein hohes Becherglas geben. Mit Salz und einer Prise Zucker marinieren. Olivenöl dazugeben und mit einem Stabmixer fein pürieren. Mit Essig abschmecken und die Crème fraîche untermischen.


Anrichten:
Kohlrabistreifen
Gurkenstücke
2 EL Crème fraîche
2 EL Forellenkaviar

Crème fraîche und Forellenkaviar verrühren. Etwas Forellenkaviar zurückbehalten.

Die Gurkenvinaigrette auf den Tellern verteilen und den Kohlrabisalat darauf anrichten. Die Teller sollten soweit fertig sein, bevor der Fisch aus dem Ofen kommt.

Die Fischfilets auf den Kohlrabisalat legen und mit Kohlrabistreifen und Gurkenstücken garnieren. Die Forellenkaviarmischung auf die Teller geben und mit etwas Forellenkaviar toppen. Sofort servieren.


Eine Inspiration aus:




























Sonntag, 21. Juni 2026

fine dining in München: Daniel Bodamer im Brothers

Daniel Bodamer gehört zu unseren Lieblingsköchen und das Brothers zu unseren Lieblingsrestaurants in München. Deshalb versuchen wir ihn wenigstens einmal im Jahr zu besuchen und, grundlos, haben wir das in den letzten Jahren immer im Winter gemacht. Das musste ich ändern, weil ich unbedingt herausfinden wollte, ob Daniel auch Frühling kann :-). Ich kann es gleich vorweg nehmen, ja er kann nicht nur Winter, er kann auch Frühling und das sogar ganz großartig.

Wie immer, habe ich einen Platz an der Bar reserviert, weil man da so schön in die Küche schauen kann. Das liebe ich besonders, Daniel und seine Kollegen Elias, Lenny und Max zu beobachten, wie sie die Gerichte fertigstellen. Es fasziniert mich immer wieder, wie strukturiert in Spitzenküchen gearbeitet wird. Ja, ich habe eine leichte Schwäche für Struktur. Aber, es ist so interessant zu sehen, wie ein Gericht aufgebaut ist und à la minute zubereitet wird, damit es perfekt beim Gast ankommt. 

Daniel lebt die klassische französische Kochkunst und ergänzt sie mit internationalen Einflüssen. Im Vordergrund steht immer der Geschmack. Typisch für ihn ist, dass es bei jedem Gang noch einen kleinen, überraschenden Side-Dish gibt. Damit zeigt er, wie vielfältig man eine Zutat zubereiten kann und es gibt ihm die Möglichkeit alles zu verwerten.

Die Inhaber und Zwillingsbrüder Markus und Tobias Klaas bieten dazu einen charmenten Service und eine perfekte Weinbegleitung. Für uns war es wieder ein sehr schöner kulinarischer Abend.

(Besuch vom 02.05.2026)


Besuch vom 28. Februar 2025

Besuch vom 18. Januar 2024

Besuch vom 26. Dezember 2022

Weitere Lieblingsrestaurants in München habe ich in dieser Liste zusammengestellt.




Tartelette mit Forellentatar und Erbsen
Croustillant mit Taschenkrebs, Avocadosalat und Sellerie

Selbstgebackenes Brot und Butter

Chawanmushi, Bohnenkraut-Velouté, eingelegter Bärlauch, Forellenkaviar


Meeräsche, Koshihikari, Sepiolini, Umai Kaviar

Sidedish


Das Team: Daniel links
rechts: Lenny, Elias, Max (von vorne nach hinten)






Seeforelle, Stabmuschel, Curry

Sidedish








Glattbutt, Morcheln, Vin Jaune, Grüner Spargel

Sidedish

Sidedish





Lamm, Weißer Spargel, Sauce Charcutière

Sidedish

Kunsperbällchen






Rhabarber, Pain, Perdu, Pekannuss, Karamell

Sidedish


Petit Sucre


Freitag, 19. Juni 2026

Gebeizte Forelle asiatisch mit Zuckerschotensalat

Als ich das neue Kochbuch von Hans Jörg Bachmeier in der Hand hatte, stach mir sofort ein Fischgericht ins Auge. Die marinierte Dorade mit Oliven-Sesam-Dressing hat uns auch auf dem Teller sehr gut gefallen. Beim weiteren Blättern haben mich noch zwei Fischgerichte sehr angelacht. Damit ich für meine Rezension aber unterschiedliche Rezepte ausprobiere, habe ich die beiden zurückgestellt.

Jetzt war es endlich soweit und bei meinem Fischhändler gab es wunderschöne Goldforellenfilets. Man kann das aber auch sehr gut mit Lachsforellen, normalen Forellen oder Saibling zubereiten. Mir hat besonders gut gefallen, dass man es so gut vorbereiten kann. Der Fisch muss 5 Stunden gebeizt werden, den Lack und den Salat kann man ebenfalls schon früher machen. Dann muss nur noch angerichtet werden und man hat ein sehr feines Fischgericht mit asiatischen Aromen.



für 2 Personen als Hauptgericht oder 4 Personen als Vorspeise

Forelle:
2 Forellenfilets  (Lachsforelle oder, wie bei mir Goldforelle) mit Haut, je ca. 150 gr.
2 EL Salz
2 EL Zucker
2 Zweige Dill
2 Zweige Koriander
1/2 Stängel Zitronengras
1 EL Korianderkörner
1 EL rosa Pfeffer
8 Wacholderbeeren

Die Fischfilets auf Gräten kontrollieren und ggf. entfernen, dann mit der Hautseite nach unten in eine passende Form legen.

Dill und Koriander in feine Streifen schneiden. Das Zitronengras längs halbieren und die zweite Hälfte für den Lack verwenden. Die erste Hälfte in feine Ringe schneiden. Alles mit Salz und Zucker mischen. 

Korianderkörner, rosa Pfeffer und Wacholder in einer elektrischen Kaffeemühle fein mahlen. Die Gewürze mit der Beize vermengen. Alles über die Fischfilets verteilen. Die Form mit Frischhaltefolie abdecken und für 5 Stunden in den Kühlschrank geben.

Danach die Filets aus der Beize nehmen und mit kaltem Wasser abwaschen und mit Küchenkrepp trocken tupfen. Die Haut entfernen und den Fisch in Portionsstücke schneiden.


Lack:
100 ml Sojasauce
50 gr. Honig
1/2 Chilischote
1 cm Ingwer mit Schale
1/2 Stängel Zitronengras
1/2 Limette (Saft und Schale)

Sojasauce und Honig in einem kleinen Topf mischen. Die Chilischote längs halbieren, entkernen und in feine Streifen schneiden. Den Ingwer fein würfeln, Das Zitronengrad in feine Ringe schneiden. Die Schale der Limette fein abreiben und den Saft auspressen. 

Alle Zutaten in den Topf geben aufkochen lassen. Bei kleiner Hitze langsam dickflüssig einkochen. Den Lack durch ein Sieb abpassieren und abkühlen lassen.


Zuckerschotensalat:
250 gr. Zuckerschoten
5 Radieschen
2 EL Reisessig
1 EL geröstetes Sesamöl
1 EL Olivenöl
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Die Zuckerschoten diagonal in feine Streifen schneiden und in kochendem Salzwasser kurz blanchieren. Abgießen und in kaltes Wasser mit Eiswürfel geben. Danach erneut abgießen und auf einem Küchentuch ausbreiten zum trocknen.

Die Radieschen in feine Streifen schneiden, die etwa die gleiche Größe haben, wie die Zuckerschoten. Die Radieschenstreifen unter die Zuckerschoten mischen.

Aus Reisessig, Sesamöl, Olivenöl, Salz und Pfeffer eine Marinade rühren und den Salat damit anmachen. 


Anrichten:
Sprossen
1 EL weißer Sesam

Den Sesam in einer trockenen Pfanne rösten.

Zuckerschotensalat auf Tellern verteilen und mit dem Sesam bestreuen. Die Fischfilets daraufgeben und mit dem Lack bestreichen. Etwas Lack kreisförmig auf die Teller tröpfeln. 

Den Fisch mit den Sprossen dekorieren und sofort servieren.



Eine Inspiration aus: