Als ich die junge Spitzenköchin Alina Meissner-Bebrout das erste Mal in der sehr sehenswerten Sendung "Am Pass" (ARD-Mediathek) entdeckt habe, war ich gleich begeistert von ihr. Seit dieser Zeit möchte ich unbedingt bei ihr in Ulm essen gehen. Habe es aber leider bis jetzt noch nicht geschafft. Ich habe mich richtig gefreut, dass nun ihr erstes Kochbuch "alina: Edda - Bibraud - Maison Meissner - Gourmetküche neu gedacht - Vegetarisch, modern, persönlich" erschienen ist. (Der Einfachheit halber werde ich es nur "Alina - Gourmetküche neu gedacht" nennen.)
Alina wurde in München geboren und wuchs im Allgäu auf. Als Teenager absolvierte sie ein Praktikum im damaligen Restaurant von Sternekoch Christian Henze. Das hat sie überzeugt Köchin zu werden und sie machte dort die Ausbildung. Die "Lehr- und Wanderjahre" brachten sie u. a. auch zu Sven Elferfeld nach Wolfsburg in das Aqua, das damals mit drei Sternen ausgezeichnet war. Zu ihren Kollegen dort zählte auch Jan Hartwig. Bereits mit 24 Jahren entschied sie sich in Ulm ihr Restaurant bi:braud zu eröffnen. Seit drei Jahren hält sie einen Michelinstern und mittlerweile gibt es zusätzlich die Brasserie Edda und das Hotel Maison Meissner. Auch im Fernsehen ist sie aktiv, als Jurorin bei "The Taste" und der "Küchenschlacht".
Vielleicht ist deshalb der Titel des Kochbuchs etwas lang geraten, um ihres Werdegangs und ihrer Kompetenz gerecht zu werden. Für mich hätte "Alina - Gourmetküche neu gedacht" gereicht, das ihr auch sehr gerecht wird. Es ist mehr als ein Kochbuch. Es zeichnet auch ihren Lebensweg nach und vermittelt ihre Gedanken und Haltung zum Thema Kochen und Führung eines Restaurants.
Die Rezeptkapitel sind den drei unterschiedlichen Häusern gewidmet. Zuätzlich gibt es noch Grundrezepte. Der überwiegende Teil der Rezepte stammt aus dem Sternerestaurant und zeigt ihre moderne, produktfokussierte Küche. Die Rezepte aus der Brasserie erinnern an französische Bistroküche und bei Maison Meissner gibt es bürgerliche, deutsche Küche. Alle Häuser werden ausführlich beschrieben und die Mitarbeiter vorgestellt. Dazu gibt es sehr viele stimmungsvolle Fotos. Man hat fast das Gefühl, dass man an der Hand genommen und durch die Räume geführt wird. Auf jeden Fall gewinnt man einen sehr intensiven Einblick in den Alltag der Restaurants und die Entstehungsgeschichte des Hotels. Auch einige Produzenten werden in Wort und Bild vorgestell. Abschließend sind zu jedem Kapitel die Rezepttitel alphabetisch aufgelistet. Ein alphabetisches Rezept- und Zutatenregister hätte mir da besser gefallen.


