Jeder Kochbuch-Liebhaber kennt das Problem. Man blättert durch ein neues Kochbuch und ist von einigen Rezepten begeistert, die man gerne ausprobieren möchte. Und dann stehen die Bücher mit reichlich Einmerkern im Regal. Es sind zu viele, dass man das Nachkochen angehen könnte und plötzlich ist schon das nächste Buch eingezogen. Und das Spiel beginnt von neuem.
Ja, es gibt Apps, mit denen man die Rezepte in Büchern strukturiert erfassen kann. Meist sind dort nur englischsprachige Bücher zu finden. Diese Apps haben mich noch nie überzeugt und ich habe mich vor Jahren schon für eine Lösung mit "Bordmitteln" entschieden. Ich habe gerne Lösungen, die mit Standard-Tools funktionieren und, die ich im Griff habe.
Aus vielen Diskussionen mit Gleichgesinnten weiß ich, dass Interesse besteht, wie man das handeln könnte. Mein System begleitet mich schon seit rund 10 Jahren und ich bin heute noch zufrieden damit. Die Grundidee ist, interessante Rezepte zu speichern und nach Themen abzulegen. Ich koche bevorzugt saisonal und suche dann gezielt nach den passenden Rezepten zu einer Zutat. Für meine Vorgehensweise braucht man nur einen Scanner, Windows, Acrobat Reader, Microsoft Word und ein Tool für die pdf-Bearbeitung. Ich verwende dafür das kostenfreie PDF24.
Meine Kochbuch-Sammlung ist sehr groß. Deshalb habe ich sie zusätzlich bei Library Thing erfasst. Mit diesem Tool arbeite ich seit über 20 Jahren und bin sehr zufrieden. Eine zusätzliche Datensicherung (für alle Fälle) ist ganz einfach möglich, da man die Liste der erfassten Bücher als Excel-File herunterladen kann.
Und jetzt geht es los:
Bevor das Buch in das Regal wandert, wird es durchgesehen und jedes interessante Rezept wird eingescannt.
Beim Einscannen habe ich ein ganz einfaches System. Ich scanne das Cover des Kochbuchs - dann weiß ich später genau, woraus es stammt, falls ich etwas nachschauen möchte. Ich scanne das Rezept und das Rezeptbild.
Für die Ablage als pdf gibt es immer die gleiche Reihenfolge:
- Rezept
- Rezeptbild
- Cover des Kochbuchs.
Für den Namen der Datei gehe ich auch immer nach dem gleichen Schema vor:
Sprechender Kochbuchtitel - Rezeptname.pdf
Das hat den Vorteil, dass ich auch alle Rezepte aus einem Buch schnell im Überblick habe.
Diese Rezept-pdfs werden nach der Hauptzutat abgelegt. Dazu habe ich eine Ordnerstruktur mit Hauptordnern, wie z. B. Gemüse, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchte, Obst.......
Innerhalb dieser Ordner gibt es weitere Ordner. In diesem konkreten Fall der Gurkengranita, wandert das in den Ordner Gurke.
Wenn ich also jetzt etwas mit Gurken kochen möchte, öffne ich den Ordner und habe eine große Auswahl an passenden Rezepten. Falls ich das Rezept ausdrucken möchte, drucke ich nur die erste Seite mit dem eigentlichen Rezept aus oder hole mir die Datei auf mein Tablet.
Wie man sieht, gibt es ganz oben Dateien, die mit einem Unterstrich beginnen. So kennzeichne ich Rezepte, die ich bereits gekocht habe. Und diese Rezepte ergänze ich um individuelle Notizen.
In meinem Fall sind die individuellen Notizen ein Verweis auf meinen Blog-Beitrag, wenn ich das Rezept veröffentlicht habe. Ich koche Rezepte nie 1:1 nach, sondern passe sie an, wie es mir gefällt und so kommt es auf den Blog. Diese Informationen erstelle ich in Word, mit Rezeptname, Rezeptlink und meinem Rezeptfoto. Das speichere ich als pdf und hänge es mit PDF24 in den ursprünglichen pdf. Jetzt ergänze ich den Dateinamen mit dem Unterstrich und habe so eine klare Unterscheidung in ausprobierte Rezepte und Rezepte "in der Warteschlange". Wer keinen Blog hat, kann natürlich ein Word-Dokument mit individuellen Notizen erstellen und dann genauso verfahren.
Das Gute an meinem System ist, dass ich in die Sammlung auch Scans aus Rezeptheften, Screenshots aus dem Internet oder was auch immer integrieren kann. Mein System ist nur auf die Hauptzutat fokussiert und es lässt sich auch, je nach persönlicher Koch-Vorliebe, anpassen.
Und ja, es ist Arbeit. Man sollte auf keinen Fall hergehen und jetzt alles was man bisher eingemerkt hat, so zu registrieren. Einfach mal eine Struktur überlegen und das nächste Kochbuch so bearbeiten. Stück für Stück wächst die Datenbank, ohne großen Stress. Und, wenn man Zeit und Lust hat, kann man auch mal ein altes Kochbuch "nachbearbeiten".