Donnerstag, 9. April 2026

fine dining in München: Stefan Retzer und Adrian Krieg im Randale

Das Randale im Lehel gehört zu den spannendsten Restaurant-Neueröffnungen in München. Es ist ein kleines, aber feines Restaurant und die Randale findet auf dem Teller statt. Dafür verantwortlich sind Stefan Retzer und Adrian Krieg. Die beiden haben sich bei Florian Berger im Sterne-Restaurant Gabelspiel kennengelernt.

Stefan kommt aus dem Bayerischen Wald und wir haben ihn kennengelernt, als er den anderen Stefan (Lemberger) als Souschef im Gesellschaftsraum von Bernd Arold abgelöst hat. Danach ging er nach Hamburg zu Thomas Imbusch in das, mit zwei Sternen ausgezeichnete 100/200 Kitchen. Sein Weg führte ihn zurück nach München, zuerst in das Gabelspiel als Souschef, dann in die Manu Weinbar als Küchenchef und nun, gemeinsam mit dem Frankfurter Adrian, in die Selbständigkeit.

Die beiden servieren eine moderne und kreative Küche, mit nordischen Einflüssen. Dazu gibt es von Janne ein spannende Getränkebegleitung, bei der auch ein Bier seinen Platz hat. Die Atmosphäre ist locker und entspannt. Alles gemeinsam ist ein Garant für einen schönen, genussvollen Abend.

Das Randale hat sich gleich einen Platz auf der Liste unserer Lieblingsrestaurants in München gesichtert - Link zur Liste.

(Besuch vom 28.02.2026)

Besuch vom 20. November 2025

Besuch vom 1. Juni 2024 in der Manu Weinbar

Besuch vom 17. Februar 2024 im Genusshotel Hohenbogen - Gastkoch: Stefan Retzer

Besuch vom 14. Juni 2023 in der Manu Weinbar





Austernshot mit Zitronengras

Austern mit Guanciale und Mohn
Shisoblatt mit geschmortem Rindfleisch
Artischockenpralinen


Schwarzwurzel - Kimchi - Aprikose


Sauerteig - Hummus - Pickles
(Forellencreme mit schwarzer Limette, Schnittlauchbutter mit gebranntem Lauch,
Creme von Frankfurter Grüne Sauce)


Seeforelle - Hefe - Rosine


Lamm - Haselnuss - Dattel


Maroilles - Tropea - Pfirsich


Zitrone - Heu - Schwammerl

Petits Fours

Adrian, Janne und Stefan


Dienstag, 7. April 2026

Rezension: Dirty Bistro von Max Strohe

Dirty Bistro ist der Titel und das Cover zeigt Max Strohe ähnlich provokativ. Davon darf man sich nicht abschrecken lassen, denn sein erstes Kochbuch ist spannend und innovativ und gehört zu dem besten, was in den letzten Jahren von Spitzenköchen erschienen ist.

Zum Buch haben sich auch zwei Blogger-Freundinnen Gedanken gemacht und ihre Rezensionen veröffentlicht:

Eine große Sammlung von Kochbuch-Rezensionen, sortiert nach Themen, habe ich hier veröffentlicht.


Max Strohe wuchs an der Ahr auf und machte dort seine Ausbildung als Koch. In den Lehr- und Wanderjahren verschlug es ihn nach Kreta und dann nach Berlin, wo er seit 2007 lebt und arbeitet. Im Jahr 2015 machte er sich mit dem Restaurant Tulus Lotrek selbständig. Bereits ein Jahr später erhielt er die Auszeichnung als "Aufsteiger des Jahres" und schon 2017 wurde er mit dem ersten Stern vom Guide Michelin ausgezeichnet.

In der Corona-Krise engagierte er sich mit der Aktion "Kochen für Helden" und dafür wurde er vom Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier mit der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland geehrt. Einem größeren Publikum wurde er durch seine Teilnahmen bei der Fernsehsendung "Kitchen Impossible" bekannt.

Letztes Jahr veranstaltete er ein temporäres Bistro-Pop-Up, Sonntag mittags in den Räumen des Tulus Lotrek, mit dem Titel "Dirty Bistro". Und dieses Konzept hat er nun für sein erstes Kochbuch verwendet. Die Gerichte sind also keine typische Sterneküche, sondern typische Bistro-Gerichte, aber mit Witz und durchaus anspruchsvoll. Ich bezeichne das gerne als gepflegte Alltagsküche und das ist meine Lieblingskategorie bei Kochbüchern.

Max Strohe hat eine Haltung zum Kochen und zu Gerichten und die ist sehr klar. Es geht um Produktqualität, anständiges Kochen und ein Essen das schmeckt. Dies macht er in den eingestreuten Essays deutlich und die sind interessant zu lesen. Man merkt dem Kochbuch an, dass es sein Konzept und seine Philosophie auf den Punkt bringt.

Dabei bleibt der Witz nicht auf der Strecke, was man den Rezeptkapiteln durchaus anmerkt. Sie lauten:
  • Streetfood
  • Classics not Classic
  • Classics
  • Guilty Pleasure
  • Sweets
  • Grundrezept

Somit gibt es keine strenge Einteilung nach Vorspeise oder Hauptgericht oder nach Saison oder nach Gemüse, Fisch, Fleisch. Sondern es geht um Essen auf das man Lust hat. Bei mir hat das sehr gut geklappt. Bereits beim ersten Durchblättern, habe ich mich sofort entschieden, was ich ausprobieren will.

Die Rezepte sind klar strukturiert und gut beschrieben. Man weiß also genau, was zu tun ist und kann einiges sogar vorbereiten. Für manche Rezepte muss man den Einkauf im Delikatessenhandel, beim Fischhändler oder im asiatischen Supermarkt erledigen. Ein ganz normal sortierter Supermarkt reicht da nicht. Das Ergebnis hat uns jedesmal begeistert. Der Kochaufwand war übersichtlich und der Geschmack ausgezeichnet.

Besonders gut gefallen hat mir, dass die Mengen passen. Das ist leider selten, dass die einzelnen Komponenten wirklich zusammenpassen und nicht von einer eine große Menge übrig bleibt. Kleinere Reste können problemlos in den Alltag integriert und mit anderen Zutaten zu einem neuen Gericht werden. Details dazu habe ich bei den einzelnen Gerichten beschrieben.

Und endlich hat es einer geschafft, das beliebte Kräuteröl ohne Thermomix herzustellen. Das Problem ist nicht der Thermomix, der steht ja bald in jedem Haushalt, das Problem ist die Menge. Kleine Mengen kann er nicht verarbeiten und im Privathaushalt ist ein Liter Schnittlauchöl kaum aufzubrauchen. Hier wird perfekt beschrieben, wie man das in einem Topf macht und da kann man kleinste Mengen herstellen. 

Auch das Zitronenöl aus den Grundrezepten ist perfekt, wenn man Saft von Zitrusfrüchten braucht und für die Schale keine Verwendung hat. So kann man das Aroma schnell und in kleinen Mengen konservieren. Eine tolle Lösung ist auch die Beschreibung, wie man das Carpaccio vorbereitet, um es mit dem Messer, statt mit der Aufschnittmaschine, zu schneiden.


Lachs-Ceviche mit Kumquat und Estragon

(Link folgt)










Rindercarpaccio mit Haselnuss und Räucheraal-Mayonnaise

(Link folgt)











Brie brûlée

(Link folgt)



















Um dem Hobbykoch möglichst umfassende Informationen zu geben, gibt es drei Glossare: Küchentechniken, Küchengeräte und Zutaten. Dort werden Fachbegriffe verständlich erläutert. Auch an das Register wurde gedacht. Es listet alphabetisch Rezepttitel und Zutaten auf.


Fazit:

Dirty Bistro von Max Strohe hat mich bereits nach dem Aufschlagen begeistert und diese Begeisterung ist geblieben. Besonders gefällt mir, wie stimmig es bei der Auswahl der Gerichte und der Umsetzung in Rezepte ist. Es macht Spaß darin zu blättern und es macht Spaß daraus zu kochen. Auf den ersten Blick wirkt manches Rezept einfach, aber es hat immer auch einen gewissen Anspruch. Wer Freude an einem ungewöhnlichen und auch mutigen Kochbuch hat, für den ist es ideal. Es sollte schon etwas Erfahrung beim Hobbykoch vorhanden sein. Für blutige Anfänger ist eher ein schwieriger Einstieg. Außerdem sollte man passende Einkaufsmöglichkeiten für hochwertige Zutaten haben.




Sonntag, 5. April 2026

fine dining in Straubing: Hermann Retzer im Habe Dere

Einen Tisch bei Hermann Retzer im Habe Dere (für alle Nicht-Bayern: Habe die Ehre ist eine Art Begrüßung) zu bekommen, ist gar nicht so einfach. Denn eigentlich betreibt der Metzgermeister eine Metzgerei in Straubing. Aber, er ist auch gelernter Koch und hat eine große Leidenschaft für diesen Beruf. Er hat nach einem Weg gesucht, beide Berufe zu verbinden und im ersten Stock seiner Metzgerei ein Restaurant eröffnet.

Da er in seiner Metzgerei in Vollzeit engagiert ist, öffnet er sein Restaurant nur an ausgewählten Tagen. Die Termine sind auf der Homepage des Restaurants zu finden. Wir hatten sehr großes Glück, einen Tisch genau in der Zeit zu bekommen, als wir zu einem anderen kulinarischen Event in der Nähe von Straubing waren.

Das Ambiente im Habe Dere ist sehr hell und freundlich, fast nordisch gestaltet. Man kann sich dort sehr wohl fühlen. Die Küche ist offen und es gibt nur wenig Tische. Zu meiner großen Freude stand unser Tisch gegenüber der Küche und wir konnten jeden Handgriff beobachten. Hermann und sein kleines Team geben sich sichtlich große Mühe, die Gerichte anzurichten und zum Gast zu bringen. Dazu kann man sich eine schöne Weinbegleitung, im Schwerpunkt mit deutschen Weinen, bestellen. Die Atmosphäre ist sehr entspannt und freundlich. Uns hat es großen Spaß gemacht das feinsinnige Menü zu genießen. Schön, dass es noch solche, überraschenden Plätze der Kulinarik gibt.

(Besuch vom 27.02.2026)





Brot
gesalzene Nussbutter | Schwarzer Sesam Butter

Rindertatar | Ponzugel



Hamachi
Satsuma | Meerrettich


Romanasalat
Haselnuss | Cranberries




Kabeljau
Safran | Sauce Rouille



Kalbsschulter
Spinat | Trüffel



Simmentaler Rind
"Philly Cheese Steak - Style"



Mohn & Blaubeere


Donnerstag, 2. April 2026

Köstliches China: Geschmorter Wolfsbarsch mit Tofu in scharfer Bohnensauce

Bis zum 15. April könnt Ihr noch Eure Beiträge zum Blog-Event "Köstliches China" bei Zorra vom Blog Kochtopf einreichen. Mir macht das Event sehr viel Freude, weil ich meine alte Rezeptsammlung wieder neu entdeckt habe.

Vor vielen Jahren habe ich sehr viel chinesische Kochkurse bei einer Singapur-Chinesin gemacht. Und Frau Wolf-Yuen war immer sehr streng mit uns. Ich hoffe, sie findet nie heraus, dass ich bei diesem Gericht etwas verändert habe. Eigentlich gibt man die frittieren Tofu-Würfel wieder in die Sauce und kocht sie mit. Sie waren so schön knusprig, dass ich sie lieber über das fertige Gericht gestreut habe. Probiert es aus, was Euch besser schmeckt.


für 4 Personen
Beilage: Reis

Am einfachsten ist es, die einzelnen Komponenten vorzubereiten und dann das Gericht im Wok fertigstellen. Der Wok sollte so groß sein, dass der Fisch im Ganzen hinein passt.


1 Wolfsbarsch, küchenfertig, ca. 700 gr.
2 EL helle Sojasauce
Prise Pfeffer

Den Wolfsbarsch beidseitig diagonal einschneiden, damit große Würfel entstehen. Sojasauce mit Pfeffer verrühren und den Fisch mit der Hälfte begießen, wenden und mit der restlichen Sauce begießen. Für 10 Minuten marinieren lassen.


200 gr. Tofu
1/2 Flasche Rapsöl

Den Tofu trocken tupfen und in kleine Würfel schneiden. Das Rapsöl in einem Wok erhitzen und die Tofuwürfel unter Rühren knusprig frittieren. Einen Teller mit Küchenpapier auslegen und die goldgelben Tofuwürfel herausheben und darauf abtropfen lassen.


100 gr. Schweinehackfleisch
1 Knoblauchzehe
1 kleines Stück Ingwer, etwa in der Größe der Knoblauchzehe
2 EL scharfe Bohnensauce

Das Hackfleisch in eine Schüssel geben. Knoblauch und Ingwer schälen und sehr fein würfeln. Gemeinsam mit der Bohnensauce zum Hackfleisch geben und alles gut vermengen.


300 ml Rinderbrühe
150 ml Wasser
1 TL Salz
1 TL Zucker
1 EL helle Sojasauce
2 TL Sesamöl
Prise Pfeffer

Alle Zutaten zu einer Sauce vermischen.


2 EL Maisstärke
2 EL Wasser

Die Maisstärke in Wasser verrühren.


2 EL Shaoxing Wein
2 Frühlingszwiebeln

Den Wein bereitstellen. Die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Vom Grün etwas für die Deko separat aufbewahren.


Fertigstellung:
Den marinierten Wolfsbarsch im heißen Öl des Woks auf beiden Seiten braten, bis er gar ist. Das dauert gute 5 Minuten. Den Fisch auf eine Servierplatte legen und warm stellen. Das Öl aus dem Wok in eine Schüssel gießen.

4 EL des Öls zurück in den Wok geben und das Schweinehack darin knusprig braten. Dann mit dem Shaoxing Wein ablöschen und mit der Sauce aufgießen. Alles bei mittlerer Hitze für 5 Minuten kochen lassen. Nun die angerührte Maisstärke einrühren und die Sauce damit binden. Zum Schluss die Frühlingszwiebeln dazugeben.

Die Sauce über den Fisch gießen. Die Tofuwürfeln darüber streuen und mit dem restlichen Grün der Frühlingszwiebeln garnieren. Sofort servieren.






Mein Beitrag zum Blog-Event:


Blog-Event CCXXVIII - Köstliches China (Einsendeschluss 15. April 2026)