Freitag, 17. April 2026

fine dining in Regensburg: Gastkoch Stefan Marquard im Landgasthof Schwögler

Es gehörte zu den schönen Routinen in unserem kulinarischen Leben, dass Stefan Marquard einmal im Jahr, bei seinem Schwager Helmut Schwögler, ein Menü kochte. Dann zog er mit seiner Frau, Helmuts Schwester, nach Südfrankreich und gab sein Abschiedsmenü.

Wahrscheinlich ist es so ähnlich wie bei Rockstars, die mehrere Abschiedskonzerte geben. Zu meiner großen Freude gab es heuer wieder ein Marquard-Menü im Landgasthof Schwögler. Der Abend stand unter dem Motto "cucina casalinga" und das bedeutet kochen, wie die traditionelle italienische Mama-Küche. Als junger Koch schickte ihn sein Mentor, Adalbert Schmitt, für ein Jahr nach Italien. Jeden Monat arbeitete er in einem anderen Spitzen-Restaurant und konnte so unglaublich viele Erfahrungen sammeln. Zurück in Deutschland übernahm er die Küchenleitung im neuen Restaurant La Vigna von Adalbert Schmitt. Danach machte er sich am Bodensee selbständig und wurde schnell mit einem Michelinstern ausgezeichnet. Aber, die italienische Küche ist nicht nur sein Steckenpferd geblieben, es ist ein großes Glück das aus seiner Hand essen zu dürfen.

Wie immer, bei diesen Abenden präsentiert auch ein Gastwinzer seine Weine. Dieses mal war es das Weingut Nigl aus dem Kremstal. Wir hatten einen rundum gelungenen Abend.

(Besuch vom 07.03.2026)

Besuch vom 11. März 2022

Besuch vom 7. April 2018

Besuch vom 3. März 2017

Besuch vom 2. April 2016

Besuch vom 10. April 2015

Besuch vom 8. März 2014

Besuch vom 16. März 2012


Stefan Marquard, Anna Nigl, Helmut Schwögler

Focaccia, Grissini
Aufstrich und Olivenöl


Vitello Tonnato total anders


Carne Cruda


Branzino in Gewürz-Öl konfiert
auf Safranrisotto und Tomatenconfit


Kaninchensugo
mit Parmesan Gnocchi und Involtini di Cavolo


Ente a la Cesare
mit Topinambur und Essig-Schalotten
dazu Ravioli Stefano


Schaumbirne, Piemont Kirsche
Mascarpone und Schokoladen Sorbet



Mittwoch, 15. April 2026

Dirty Bistro: Rinder-Carpaccio mit Haselnuss und Räucheraal-Mayonnaise

Seit meiner Kindheit liebe ich geräucherten Aal, das habe ich von meinem Vater. Im Sommer sind wir gerne an den Starnberger See gefahren und fast an jeder Ecke gab es ihn zu kaufen. Vor der Heimfahrt musste immer einer mit. Meine Mutter und mein Bruder konnten ihn nicht leiden - egal, so blieb mehr für uns beide.

Also musste ich dieses Carpaccio mit Haselnuss und Räucheraal-Mayonnaise, aus dem ersten Kochbuch "Dirty Bistro" von Max Strohe, für meine Rezension (hier nachzulesen) unbedingt ausprobieren. Die geschmackliche Kombination von Zitrone, Räucheraal und Haselnüssen zu dem Rinderfilet hat uns sehr begeistert. 

Die Zubereitung geht leicht von der Hand und es kann auch vieles vorbereitet werden. Mir gefällt besonders die gute Strukturierung des Rezepts. Die Haselnüsse lassen sich vorher reiben. Die Zitrusvinaigrette ich einfach zu machen hält auch ein bis zwei Tage. Die Räucheraal-Mayonnaise braucht etwas Aufmerksamkeit, wie jede Mayonnaise, damit sie nicht gerinnt. Sobald sie fertig ist, verträgt sie auch einen Tag im Kühlschrank. Damit könnte man alles vorbereiten und am Tag des Essens nur noch das Fleisch einfrieren und schneiden. Ein perfektes Rezept für Gästebewirtung.

Die Mengenangaben sind für den normalen Haushalt sehr gut gewählt. Trotzdem bleibt immer etwas übrig und für dieses Gericht kann man alles perfekt und in kurzer Zeit aufbrauchen. Mein Rinderfilet war etwas größer, aber das ist ein Vorteil beim Schneiden. Den Rest habe ich in zwei dicke Scheiben geschnitten und am nächsten Tag gebraten. Dazu gab es Kartoffeln und die restliche Mayo - ein perfektes Abendessen für zwei Personen. Die restlichen Haselnüsse bekam mein Mann in das Müsli und so waren sie auch schnell aufgebraucht. Die restliche Vinaigrette habe ich für ein Salatdressing verwendet.


für 4 Personen als Vorspeise


Carpaccio:
300 gr. Rinderfilet

Das Fleisch parieren und straff in Frischhaltefolie einwickeln. Die Enden fest einrollen, damit das Fleisch straff zu einer Rolle geformt wird. Für eine Stunde einfrieren und dann mit dem Messer in dünne Scheiben schneiden.


Zitronenvinaigrette:
1/2 Zitrone - Abrieb
Zitronensaft
1,5 TL Ahornsirup
1,5 TL Weißweinessig
50 ml Olivenöl
Salz
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

Die Schale der Zitrone fein abreiben und mit einem Spritzer Zitronensaft, Ahornsirup, und Weißweinessig in ein hohes Becherglas geben. Mit dem Stabmixer pürieren und dabei das Olivenöl langsam einlaufen lassen. Die Vinaigrette mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.


Räucheraal-Mayonnaise:
1 Eigelb
1 EL Senf
50 gr. Räucheraal
Zitronensaft
100 ml Rapsöl
Salz

Den Aal in kleine Würfel schneiden und zusammen mit Senf, etwas Zitronensaft und einem Eigelb in ein hohes Becherglas geben. Mit dem Stabmixer alles fein pürieren. Den Mixer laufen lassen und das Rapsöl in einem dünnen Strahl dazugeben und einarbeiten, bis eine cremige Mayonnaise entsteht. Wenn sie zu dünn ist, mehr Öl einarbeiten. Wenn sie zu fest ist, etwas heißes Wasser einarbeiten. Mit Salz und Zitronensaft abschmecken.


Anrichten:
50 gr. geschälte Haselnüsse

Die Haselnüsse fein reiben und in eine kleine Schüssel geben.

Die Teller mit etwas Vinaigrette ausstreichen und einen großzügigen EL Räucheraal-Mayonnaise darauf verteilen. Das Carpaccio darauflegen und mit Salz und Pfeffer würzen. Dann nochmals mit der Vinaigrette bepinseln. Die Haselnüsse darüber streuen und sofort servieren.


Eine Inspiration aus:





















Montag, 13. April 2026

fine dining in Regensburg: Max Schmidt im Roten Hahn

Mitten in der Regensburger Altstadt liegt das Traditionshaus "Roter Hahn". Den Familienbetrieb hat der Spitzenkoch Max Schmidt vor einiger Zeit übernommen und ein kulinarisches Juwel geschaffen. Sein Rüstzeug hat er während der Ausbildung bei Anton Schmaus erhalten und auch danach an seiner kulinarischen Expertise gearbeitet. Zu seinen Stationen zählen der Stockholmer Drei-Sterne Frantzén, das Ikarus im Hangar 7 in Salzburg und das Zén in Singapur, ebenfalls drei Sterne. 

Er hat aus diesen Erfahrungen seine eigene Handschrift erarbeitet und wir sind froh, dass wir seine Küche für uns entdeckt haben. Nun geht er den nächsten Schritt und konnte Räume für ein zweites Restaurant im Haus übernehmen. Aktuell gibt es eine Übergangsphase und im bisherigen Restaurant bietet er sein fine-dining-Menü und zusätzlich eine Auswahl à la carte an. 

Anfang Mai ist der Umbau im neuen Restaurant abgeschlossen und das fine dining zieht um. Im bisherigen Restaurant gibt es dann immer à la carte-Gerichte und die Gäste können nach Herzenslust bestellen. Wir sind schon sehr gespannt und werden gerne, bei nächste Gelegenheit, die neuen Konzepte ausprobieren.

Bei unserem letzten Besuch war alles noch beim "alten" und wir durften einen sehr genussvollen Abend erleben, zu dem die Restaurantleiterin Eva Sendtner, der Sommelier Michael Zansitis und die beiden Sous-Chefs Lorenz Hausladen und Jonas Fechner sehr beigetragen haben.

Zusätzlich zum Menü wurden wieder einige Signature Dishes angeboten. Wir haben die Gelegenheit genutzt und am nächsten Tag diese als "Mittagsmenü" bestellt. So konnten wir die auch noch entspannt genießen. Wie immer, hat uns besonders gut gefallen, dass Max es gelingt aus den "un-edlen" Fleischteilen ganz besondere Gerichte zu entwickeln. Dazu zählen besonders die Schweineschwänzchen und die Zunge im Hauptgang.

(Besuch vom 06.03.2026)

Besuch vom 14. November 2024

Besuch vom 28. Juli 2023




Baiser "Berliner Art"
Taco, Parmesan & Perigord Trüffel

Tartelette, Forellensülze & Frankfurter Grüne Sauce
Crustard, Beef Tatar & Jalapeno

Flusskrebsbisque


Sauerteigbrot
Salz-Butter, PX-Essig & Schnittlauch

Lachsforelle vom Marco
Rettich & Ingwer


Schweineschwänzchen aus Altdorf
Ampfer & Sauerkraut


Chawanmushi
Aal & Fenchel


Bayerische Garnele
Kürbis, Granny Smith & Limette


Skrei
Fermentierter Pilztee & Morchel


Rinderzunge
Curry & Sauce Vierge


Champagner & Kirsche


Schupfnudel
Vanille & Rauch

Cannele

Weinbegleitung

Am nächsten Tag haben wir uns noch ein Mittagessen, bestehend aus den Signature Dishes von
Max Schmidt gegönnt.




Taco, Parmesan & Perigord Trüffel
Tartelette, Forellensülze & Frankfurter Grüne Sauce

Flusskrebsbisque


Sauerteigbrot
Salz-Butter, PX-Essig & Schnittlauch

Zwiebel Velouté


Saibling
Fermentierte Spargel-Beurre-Monte, Meerrettich & Dill


Kalbsbries "Korean Style"
Gochujang & Zimt

Aktiv-Kohle-Macarons mit Maracuja
Golden Milk
Schoko-Haselnuss-Pralinen