Donnerstag, 15. Oktober 2026

fine dining in München: Benjamin Kunz im Weinhaus Neuner

Es kommt selten vor, dass wir ein Restaurant kurz hintereinander zweimal besuchen. Es hat sich einfach so ergeben, dass wir innerhalb von 6 Wochen zweimal im Weinhaus Neuner waren. Aber, das zeigt auch, wie flexibel das Angebot des Küchenchefs Benjamin Kunz ist.

Es gibt ein schönes à la carte-Angebot, aber auch ein Menü, bei dem man die Anzahl der Gänge frei wählen kann. Mittags ist zusätzlich ein Mittagsmenü mit 2 Gängen möglich. Da ist eigentlich für jeden das Passende dabei. Und so hat es bei uns für die beiden verschiedenen Anlässe sehr gut gepasst.

Im August haben wir uns mit Freunden dort getroffen und konnten bei schönem Wetter draußen sitzen. Die Gruppe war sich schnell einig und hat sich für das große Abendmenü entschieden. Mir hat es wieder große Freude gemacht, kulinarisch interessierten Menschen, die schon lange in München wohnen, ein Restaurant zu zeigen, dass sie nicht kannten. Alle waren sehr begeistert vom Essen und von den Weinen.

Anfang Oktober hatte meine Schwiegermutter Geburtstag und wir wollten mit ihr gepflegt mittags essen. Auch hier bot das Weinhaus Neuner den perfekten Rahmen dazu. Diesmal sassen wir in dem wunderschönen Gastraum, der mich immer wieder begeistert. Wir waren überrascht, dass es an einem Montag mittags gut besucht war.

Die Küche von Benjamin Kunz orientiert sich an der klassischen französischen Küche und ist handwerklich und geschmacklich sehr gut gemacht. Dazu werden immer hochwertige Weine aus der Magnum in der Weinbegleitung angeboten. Um den Weinkeller kümmert sich der Betriebsleiter Frank Glüer, der ein sehr renommierter Sommelier ist.

Schon lange steht das Weinhaus Neuner auf der Liste unserer Lieblingsrestaurants in München - Link zur Liste.

(Besuch vom 27.08.2026 und vom 05.10.2026)


Sauerteigbrot von Julius Brantner
mit hausgemachten Aufstrich

Gazpacho


Gebeizter Saibling
Pikanter Gurken-Dill-Sud | Zitronenöl | Hüttenkäse


Bandnudeln mit Pfifferlingen
Parmesan | Sherry | Liebstöckel

glutenfreie Alternative
Pfifferlingssuppe


Seeteufel-Medaillons
Artischocken Barigoule | Tomate | Safran-Muschelschaum


Zweierlei vom Lamm
gratinierter Rücken und geschmorte Schulter
Olive | Polenta | Ratatouille


Hausgemachte Topfenknödel
Zwetschgenröster | Schokoladeneis




Der zweite Besuch im Oktober:


Kürbis-Ingwer-Süppchen

Sauerteigbrot von Julius Brantner
Obatzda und Schmalz

Neuners Rinderkraftbrühe
Grießnockerl | Gemüsejulienne


Geflämmte Makrele
Fenchelsalat | Tomaten-Gewürzjus


Zweierlei vom Lamm
gratinierter Rücken und geschmorte Schulter
Olive | Polenta | Ratatouille

Hausgemachter Bienenstich
Preiselbeersorbet

gemischter Eisbecher mit Früchten























Dienstag, 13. Oktober 2026

Auberginen mit Ingwer und Frühlingszwiebeln

Dieses Gericht bildet den Abschluss meines Auberginen-Trios aus dem neuen Kochbuch "Simple Too" von Yotam Ottolenghi. Dafür habe ich meine Pflanze mit den weißen Auberginen geplündert, wobei das Innere sich kaum von den lila Verwandten unterscheidet.

Die Zubereitung macht etwas Arbeit, da mit der Auberginenmasse und dem Frühlingszwiebelöl zwei Komponenten hergestellt werden müssen. Aber, man kann beides gut vorbereiten und dann muss nur noch angerichtet werden.

Die frittierten Knoblauch- und Salzzitronenwürfel steuern nicht nur ein gutes Aroma bei, sondern auch einen angenehmen Crunch. Dieses Gericht kann man mit Brot essen oder es in einer Mezze-Auswahl servieren. Die Konsistenz erinnert an Baba Gahnoush, aber der Geschmack mit Sesamöl und Ketjab Manis ist eher asiatisch.

Weitere Rezepte mit Auberginen habe ich in der Rezeptsammlung #lilafreude zusammengestellt - Link zur Sammlung.

Meine Rezension zum Kochbuch "Simple Too" ist hier nachzulesen.


für 2 Personen

500 gr. Auberginen
50 ml Rapsöl (+ 1 EL)
2 Frühlingszwiebeln
1 Stück junger Ingwer, etwa 1/2 Daumen groß
1 kleiner EL Sesamöl
1 Schnitz Salzzitrone
2 Knoblauchzehen
5 Stiele Koriander (und 2 - 3 Stiele für Deko)
1/2 EL Tahin
1/2 EL Ketjap Manis
Salz

Den Grill im Backofen vorheizen. Ein Backblech mit Alufolie auslegen.

Die Auberginen rundum mit einer Gabel einstechen, die Auberginen auf das Blech legen und in den vorgeheizten Ofen schieben. Die insgesamte Backzeit beträgt 45 Minuten, alle 15 Minuten die Auberginen wenden, damit sie gleichmäßig geröstet werden.

In der Zwischenzeit die Frühlingszwiebeln in feine Ringe schneiden. Den Ingwer schälen und sehr fein würfeln. Beides zusammen mit dem Sesamöl in einer hitzebeständigen Schüssel verrühren.

Die Knoblauchzehen schälen und in feine Scheiben schneiden. Die Salzzitrone fein würfeln und dabei die Kerne entfernen. Das Rapsöl in einem kleinen Topf erhitzen und Knoblauch und Salzzitrone darin, bei mittlerer Hitze, frittieren. Dabei ständig umrühren, damit sie nicht anlegen, sondern in Bewegung bleiben. Beide sollten goldbraun sein. Dann sofort in die Schüssel mit den Frühlingszwiebeln geben und mit einer Prise Salz gut verrühren. Das Öl abkühlen lassen, die Korianderblätter von den Stielen zupfen und in grobe Streifen schneiden. (Die Korianderblätter für die Deko in sehr feine Streifen schneiden.) Sobald das Öl kühl ist, Koriander einrühren.

Die gegarten Auberginen aus dem Ofen holen und etwas abkühlen lassen. Danach die Auberginen halbieren und das weiche Fleisch mit einem Löffel herausschaben und direkt in ein Sieb zum Abtropfen geben. Für 30 Minuten abtropfen lassen und dann sehr fein hacken und in eine Schüssel geben. Mit 1 EL Rapsöl und 1/2 TL Salz verrühren. Abkühlen lassen.

Die Auberginenmasse auf einen Teller streichen mit Tahin, Ketjap Manis und ein paar Löffeln Frühlingszwiebelöl beträufeln. Mit den fein geschnittenen Korianderblättern bestreuen und sofort servieren. (Das Tahin evtl. mit ein paar Tropfen Wasser cremig rühren.)

Das restliche Öl anderweitig verwenden. Es passt zu Huhn, Fisch, Reis oder Eiern. Es hält sich im Kühlschrank mindestens eine Woche.






Sonntag, 11. Oktober 2026

Kochprofi-Revival im Hotel Elephant, Weimar

Meine Liebe zum Kochen und zu gutem Essen hat mir viele tolle Erlebnisse und Begegnungen, bis hin zu neuen Freundschaften, geschenkt. Dazu gehören auch viele gemeinsame Erinnerungen mit den Protagonisten der Fernsehsendung Kochprofis. In der ersten "Generation" standen da Stefan Marquard, Ralf Zacherl, Martin Baudrexel und Mario Kotaska vor der Kamera. Nach vielen erfolgreichen Jahren wechselten sie den Sender und wurden (ohne Stefan) die "Küchenchefs". 

Zu den neuen Kochprofis gehörten nun Andi Schweiger, Ole Plogstedt, Frank Oehler, Mike Süsser und Nils Egtermeyer. Auch in dieser Besetzung waren sie jahrelang zu sehen und begeisterten die Zuschauer. Dann wurde die Sendung eingestellt. Mittlerweile gibt es aber ein Revival unter dem Titel "Die Kochprofis - Comeback am Herd" mit Andi Schweiger und Frank Oehler.

Im Lauf der Jahre durfte ich alle beteiligten Köche persönlich kennenlernen, außer einem. Und das ist Mario Kotaska. Irgendwie hat sich das in all den Jahren nie ergeben. Bis ich gesehen habe, dass im Hotel Elephant in Weimar ein Kochprofi-Revival veranstaltet wird. Alle Kochprofis der ersten Generation werden im Rahmen des jährlichen Sommerfests einen Gang präsentieren. 

Manchmal neige ich dazu spontan verrückte Ideen umzusetzen und habe sofort zwei Tickets gekauft und ein Zimmer gebucht. Im nachhinein war das eine sehr gute Idee. Als erstes waren wir von der historischen Altstadt Weimars sehr angetan und das sehr schöne Hotel liegt da genau mittendrin. Diese Atmosphäre war sehr besonders. Am Abend eröffnete der Hoteldirektor Stefan Schwind, die Veranstaltung und stellte alle Protagonisten vor.

Für eine gelungene kulinarische Veranstaltung war bestens gesorgt. Für Vorspeisen und Desserts gab es mehrere große Buffets. Die warmen Gerichte haben die Kochprofis an eigenen Kochstationen präsentiert. Dabei konnten sich die Gäste frei zwischen Restaurant, Garten und Küche bewegen. So war alles bestens organisiert und sehr entspannt. Es gab kaum Wartezeiten und wir haben den Abend sehr gut genossen. Zu unserem Glück hatten wir auch sehr nette Gesellschaft am Tisch und uns gut unterhalten.

Und Mario Kotaska hat meine kleine Geschichte gut gefallen. Zu späer Stunde fragte er mich nochmal: "Und ich bin der Letzte?" - "Ja, Du bist der Letzte!". Dann lachte er. So bleibt das auch für mich eine sehr schöne Erinnerung.

(Besuch vom 22.08.2026)










Stefan Marquard

Carne Cruda, Sellerie, Nussbutter-Brösel

Mario Kotaska

Jakobsmuschel, Blumenkohl-Kokos-Püree, Kapern-Vinaigrette

Ralf Zacherl

Lachsforelle, Romanasalat, Parmesan, scharfer Knusper

Martin Baudrexel

Shabu Shabu vom Rinderfilet, Kraftbrühe, feines Gemüse


Gemüserisotto

Weingut Bauer, Pfalz






Mario Kotaska, Stefan Schwind (Hoteldirektor),
Martin Baudrexel, Stefan Marquard, Ralf Zacherl