Montag, 27. Juli 2026

fine dining in Würzburg - Patrick Grieshaber und Robin Hofmann im KUNO 1408

Es ist sehr lange her, dass wir in Würzburg waren. Das ist eigentlich sehr schade, denn es ist eine wunderschöne Stadt, direkt am Main gelegen und von Weinbergen umgeben. Also ein perfekter Platz für kulinarischen Genuss. Dort fand Mitte Juni das Gourmetfestival "Taste of Franken" statt und das wollten wir besuchen. Um den Aufenthalt etwas zu verlängern habe ich für den Folgetag einen Tisch im Restaurant KUNO 1408 gebucht. 

Nach der Eröffnung im April 2013 besuchten wir es ein Jahr später, da wir den damaligen Küchenchef kannten. Der Abend hat uns sehr begeistert und ist noch positiv in unserer Erinnerung. Ziemlich schnell wurde es mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet. Ende 2019 verließ er das Restaurant und Daniel Schröder übernahm als neuer Küchenchef. Auch er konnte mehrfach den Stern verteidigen. Mittlerweile kocht er im familieneigenen Betrieb. 

Ab Januar 2024 haben nun Patrick Grieshaber und Robin Hofmann die Küchenleitung inne. Sie kannten sich bereits aus einem anderen Restaurant. Patrick war vorher Sous-Chef im Clara in Erfurt und Robin bereits Sous-Chef im Kuno. Sie konnten den Stern verteidigen und die Küche des Kuno ist aktuell mit einem Michelinstern ausgezeichnet.

Wir haben uns auf den Abend sehr gefreut und waren neugierig, wie es sich verändert hat. Leider hatten wir keinen Abend nach unserem Geschmack. Es begann bereits bei der Ankunft, wo man überhaupt nicht auf uns vorbereitet war, obwohl ich eine schriftliche Reservierungsbestätigung per Mail hatte. Dafür wurden wir vom Haus auf den Aperitiv eingeladen.

Deutlich schwieriger war das Menü, das uns teilweise ratlos gemacht hat. Wenn ich die Küche beschreiben müsste, würde ich von einer inversen Produktküche sprechen, bei der es darauf ankommt, dass man die Hauptkomponente nicht herausschmeckt. Das waren meist "zart-schmeckende" Produkte, wie Sellerie, Heilbutt oder Stubenküken. Die wurden regelrecht erschlagen von starken Aromen. Besonders dominant und gerne öfters verwendet: Miso und Nussbutter. Es gab jede Menge kräftige Saucen und, weil das noch nicht gereicht hätte, auch gerne zwei solcher Saucen in einem Gang. 

Was mit dem Spitzkohl passiert ist, haben wir nicht verstanden. Er sollte vom Grill sein. Mein Mann meinte, dem hat man wohl gesagt, schau da drüben steht der Grill. Der war einfach total roh. Beim süßen Abschluss erwischte ich leider den türkischen Honig am Schluss und der war fast nicht essbar. In Chili gewälzt, war der unangenehm scharf und ich hatte das noch Stunden danach im Mund. Das ist jetzt in der Gruppe der drei schrecklichsten Dinge, die ich je in meinem Leben gegessen habe und hat den Hummer süßsauer an der Küste von Tanzania abgelöst.

Sehr gut gefallen hat uns die Weinbegleitung, die ausschließlich von fränkischen Winzern kam.


(Besuch vom 13. Juni 2026)

Besuch vom 22.04 2014 - Küchenchef Benedikt Faust




Brotauswahl
Misobutter und Nussbutter

Pochierte Auster
Chilivinaigrette und Mohn

Einstieg in das Menü mit 5 Kleinigkeiten
bestehend aus der Hauptzutat der Gänge


Sellerie hoch 4
Carpaccio von Sellerie im Kaffee-Salzteig gegart
Sellerie-Nussbutterpüree
Staudenselleriesalat
Staudensellerie-Galganteis
Kaffeemayonnaise
reduzierte Molke mit Nussbutter


Heilbutt
Wilder Brokkoli
Hühnerhautchip
Leindotteröl
Sauce Gribiche
Salzzitronen Beurre blanc


Spitzkohl
gegrillter Spitzkohl
Spitzkohlsalat
Misomayonnaise
Apfelkaviar
Kartoffel-Nussbutterschaum


Galantine vom Stubenküken
Pochiertes Wachtelei
Eiszapfen süß sauer eingelegt
Gremolata
Radieschen
Liebstöckelmayonnaise
Chimichurri Jus


Pasteis de Nata mit Kokosfüllung

Tropenstrand
Kokosnuss mit Passionsfrucht gefüllt
Kokos-Shiso Drink und Crumble
Passionsfruchtgel
Vanilleeis

Petits fours
mit einem türkischen Honig im Chilimantel




Samstag, 25. Juli 2026

Lammsteaks mit Kohlrabi-Joghurt und Koriander-Karamell

Ich hatte zwei wunderschöne Lammrücken und mir drei Rezepte dafür herausgesucht. Dieses hat mich sehr gereizt, da ich gerne Kohlrabi esse und der Koriander-Karamell hat mich neugierig gemacht. Es stammt aus dem Gartenbuch des, von mir sehr geschätzten, Hans Gerlach. Da er auch in München lebt, konnte ich auch persönlich kennenlernen. Bei unserem letzten Treffen im Restaurant Malva hat er es mir signiert. Ich habe gesehen, wie sehr ihm das Thema am Herzen liegt, im eigenen Garten etwas anzubauen und damit zu kochen. So, wie mein Mann und ich das auch machen.

Es lässt sich schnell zubereiten und man kann auch alles vorbereiten und dann nur noch das Fleisch braten.Wer Koriander mag, dem wird besonders die Kombination aus frischem Kraut und Körnern gefallen. Ich kann mir dazu auch gut geröstetes Brot oder Kartoffeln vorstellen.

Was wurde noch aus den Lammrücken?
Lammrücken mit Aprikosen und Salbei
Lamm-Straccetti mit Rucola und Tomaten



für 2 Personen:

1 kleiner Kohlrabi
Salz
Zucker
1 kleiner Bund Koriander
400 griechischer Joghurt (10 % Fett)
schwarzer Pfeffer aus der Mühle

3 EL Zucker
3 EL Wasser
2 EL Korianderkörner
Salz

1 Lammrücken
Salz
Olivenöl

Kräuter oder Salat zum Anrichten


Den Kohlrabi schälen, grob raspeln und in einer Schüssel mit Salz und einer Prise Zucker marinieren. Der Kohlrabi zieht Wasser. Nach 20 Minuten auf ein Passiersieb und abtropfen lassen. Zum Schluss noch etwas durchdrücken.

Zucker und Wasser in einem kleinen Topf erhitzen und den Zucker goldbraun karamellisieren lassen. Vor dem Ende der Garzeit die Korianderkörner einrühren. Einen Teller mit Backpapier auslegen und die Mischung darauf gießen, leicht salzen und abkühlen lassen. Wenn der Karamell hart ist, grob hacken.

Die Korianderblätter abzupfen und grob hacken. Die Stiele in feine Ringe schneiden. Kohlrabi und Koriander in den Joghurt untermischen, mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Falls der Lammrücken einen Fettdeckel hat, diesen diagonal einschneiden. Den Lammrücken halbieren und das Olivenöl in einer beschichteten Pfanne erhitzen. Das Fleisch auf beiden Seiten salzen. Den Lammrücken auf der Fettseite in die Pfanne einlegen und, bei mittlerer Hitze, langsam knusprig braten. Dann das Fleisch wenden und fertig braten.

Anrichten:
Den Joghurt auf Tellern ausstreichen. Das Fleisch in dicke Scheiben schneiden und darauf anrichten. Mit dem Korianderkaramell bestreuen. Mit Salat- oder Kräuterblättern garnieren. Sofort servieren.


Eine Inspiration aus:










Link zum Buch







Donnerstag, 23. Juli 2026

fine dining in München: Felix Haiderer im Tschecherl

Im Tschecherl gibt es einen neuen Küchenchef und er ist aus Wien. Mit Felix Haiderer steht also ein waschechter Österreicher am Herd bringt somit alles mit, wovon sein Chef Jürgen Wolfsgruber träumt. In seiner Vorstellung soll das Tschecherl ein Ort sein, wo es österreichische Wohlfühlküche gibt. Einfache, traditionelle Gerichte, aber auf höchstem Niveau gekocht.

Schon mit der Oma hat er gerne das eigene Obst und Gemüse im Garten geerntet und gemeinsam mit ihr gekocht. So entschied er sich für den Kochberuf und arbeitete in Wien im Tian Bistro und im Bruder. Danach ging es nach Oberösterreich in den Gasthof Rahofer, wo er gemeinsam mit seinem Kollegen Raphael Hirmer drei Hauben erkochen konnte.

Das Tschecherl gehört ja zu unseren Lieblingsrestaurants in München (Link zur Liste) und deshalb wollten wir unbedingt die neue Karte probieren. Wir haben uns, wie immer, für das Ömakase entschieden. Da bekommt man fünf Gänge, die der Küchenchef zusammenstellt. Felix hat sich viel Mühe gegeben, die Gänge für meinen Mann glutenfrei zu servieren. Deshalb hatten wir manchmal auch zwei verschiedene Gerichte und ich konnte damit noch mehr probieren. 

Das Menü hat uns mehr als überzeugt. Diese Art, einer eigentlich sehr bodenständigen Küche, aber excellent gekocht, bekommt man viel zu selten. Dazu gibt es einen wunderbaren Service von Lotte und Marius. Das sind absolute Wohlfühl-Restaurant-Besuche und ich empfehle immer gerne den Platz an der Theke. Da kann man der Küche auf die Finger schauen und das mache ich ja sehr gerne. Schön auch zu sehen, dass da ein Team am Werk ist, dass Spass bei der Arbeit hat und sehr professionell ist.

(Besuch vom 11.06.2026)

Lotte, Elisa, Marius, Nizam und Felix (v. l. n. r.)


Brot und aufgeschlagene Butter mit Marillenkernöl



Crudo vom Traunsee-Zander
Schönbrunner Zitrus & Käferbohnen



Kobernausser Eierschwammerl
Belugalinsen & Maggikraut

Wiener Häupelsalat
Ribisl


Felix' Krautfleckerl
Krautkaramell & Kümmel


Birnbaum Seeforelle
Einbrennter Kohlrabi & Stachelbeere

"Girardi" Schermripperl
Breznknedl, Sauers Gmias & Kren


Mostschober
Sabayon, Vanille & Mostobst

Milchreis
Mara des Bois Erdbeere, Kürbiskerne

Dienstag, 21. Juli 2026

Lammrücken mit Aprikosen und Salbei

Vor vielen Jahren habe ich im Brauereigasthof in Aying ein Gericht mit Lamm und Aprikosen gegessen. Das hat mir damals so gut geschmeckt, dass ich immer etwas ähnliches selbst kochen wollte, aber irgendwie habe ich es nicht geschafft. Als ich in einem Kochbuch von Maria Groß etwas ähnliches entdeckt habe, gab es kein zurück mehr. Das musste ich ausprobieren. Sie verwendet ein Lammkarree und ich wollte es mit einem Lammrücken mit Fettdeckel kochen. Da musste ich etwas experimentieren und war nicht ganz glücklich mit dem Ergebnis. Auch ein paar andere Details haben mich nicht voll überzeugt.

Also, musste es nochmal auf den Teller, solange es noch reife Aprikosen gibt. Ich habe das Fleisch anders gegart und den Salbei anders behandelt. Auch die Aprikosen habe ich anders gebraten und anders gewürzt. Und jetzt war ich total begeistert vom Ergebnis. Schön ist auch, dass es ziemlich unkompliziert und schnell zubereitet werden kann.

Aktuell veranstalten Zorra vom Blog Kochtopf und Friederike vom Blog Fliederbaum einen Blog-Event mit dem Thema "Sommerobst". Da passt dieses Rezept perfekt dazu und deshalb nehme ich gerne daran teil.


für 2 Personen

1 Lammrücken mit Fettdeckel
2 - 3 Zweige Salbei
4 Aprikosen
Salz
Zucker
Pfeffer
geräuchertes Paprikapulver
Olivenöl
Fleur de Sel

Den Backofen auf 120 Grad Umluft vorheizen. Den Fettdeckel des Lammrücken diagonal fein einschneiden. Etwas Öl in einer beschichteten Pfanne erhitzen, den Lammrücken salzen und darin auf der Fettseite gut anbraten, bis dieser knusprig ist. Anschließend auf der Fleischseite braten. 

Die Salbeiblätter abzupfen und auf einem kleinen Blech, oder Auflaufform verteilen. Mit Olivenöl besprenkeln und mischen, leicht salzen und etwas von dem Bratfett dazugeben. Das gebratene Fleisch daraufsetzen und alles für 15 Minuten in den Ofen schieben.

In der Zwischenzeit die Aprikosen entsteinen und vierteln. Das restliche Lammfett in der Pfanne  erhitzen. Die Aprikosen darin, bei mittlerer Hitze, rundum gut braten. Mit Salz, Zucker und geräuchertem Paprika würzen.

Den Lammrücken herausheben und etwas ruhen lassen.

Die Aprikosen und Salbeiblätter auf Tellern verteilen und mit dem Bratsud beträufeln. Den Lammrücken in dicke Scheiben schneiden und anrichten. Mit Fleur de Sel bestreuen, sofort servieren.


Mein Beitrag zum Blog-Event:

Blog-Event CCXXXII - Sommerobst (Einsendeschluss 15. August 2026)


Eine Inspiration aus:










Link zum Buch








Sonntag, 19. Juli 2026

fine dining in München: Sebastian Mundstock im Fogosch

Anfang Mai hat das Fogosch in der Maxvorstadt, als viertes Restaurant des Sternekochs Jürgen Wolfsgruber, mit einer fulminanten Party eröffnet. Bereits an diesem Abend hat es uns sehr gut gefallen und nun waren wir neugierig darauf, einen Menü-Abend dort zu erleben.

Wie im Tschecherl und im Obers, gibt es auch  im Fogosch für 85.-- Euro das Ö-Makase. Das ist ein Wortspiel, abgeleitet vom japanischen Omakase kombiniert mit Ösi-Charme. Es gibt ein 5-Gang-Überraschungs-Menü, bei dem der Küchenchef die Gerichte bestimmt. Für dieses haben wir uns entschieden. 

Die kalten Vorspeisen werden im Gastraum, hinter einer Theke, angerichtet. Das hat Tim übernommen. Wie immer, habe ich mir einen Platz gesucht, wo man zuschauen kann, weil mir das besonders viel Spaß macht. In der Küche haben der Küchenchef Sebastian und Kilian sich um die warmen Gerichte und die Hauptspeisen gekümmert. 

Wie der Name Fogosch (österr. für Zander) schon sagt, steht Fisch im Vordergrund. Und er steht auch im Mittelpunkt, da die Gerichte maximal reduziert sind, um den Fisch bestmöglich zu präsentieren. So entstehen Gerichte, die in ihrer vermeintlichen Einfachheit große Kochkunst sind. Dazu gibt es einen sehr liebevollen Service von Maximilian Sierk-Paul und seinen Kollegen. Als Gast kann man sich wohl fühlen und einen schönen kulinarischen Abend erleben.

Das Fogosch ist seit der Eröffnung in der Liste unserer Lieblingsrestaurants in München.

 
(Besuch vom 06.06.2026)

Bericht von der Eröffnungsparty am 4. Mai 2026



Sauerteigbrot . Anchovisbutter

Tim beim Anrichten der Vorspeisen

Saibling . Spargel


Aal . Rote Bete

Sebastian am Grill

Saiblingsbauch . Estragonöl


Sebastian und Kilian beim Anrichten der Hauptspeisen

Steinbutt . Salat, Spargel, Pfifferlinge

Marinierte Erdbeeren . Vanilleeis